08. Juni 2017

Foto: Oliver Lang

Gemeinsam erfolgreich: Zehn Jahre übergreifender TGV-ICE-Verkehr

Deutsche Bahn und SNCF haben einen ICE 3 auf den Namen „Paris“ getauft – Anlass war das zehnjährige Bestehen des erfolgreichen deutsch-französischen Hochgeschwindigkeitsverkehrs. Das bahn manager Magazin war bei der Taufe in Paris vor Ort.

 

Pfeiler der Kooperation in Europa

„Das ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte“, freute sich in Paris die Vorstandsvorsitzende von DB Fernverkehr AG, Birgit Bohle. „Seit Aufnahme des grenzüberschreitenden Verkehrs mit ICE und TGV zwischen Deutschland und Frankreich zählten wir etwa 16 Millionen Fahrgäste. Die Tendenz geht weiter nach oben: Es gab einen 60- prozentigen Anstieg der Fahrgastzahlen." Auch SNCF-Konzernvorstand und Vorsitzender der SNCF-Infrastruktur Patrick Jeantet sprach von einem großen Erfolg: „Die Zusammenarbeit der beiden großen Bahnen in der Hochgeschwindigkeit ist ein Pfeiler der Zusammenarbeit in Europa.“

 

ICE-Taufe auf den Namen „Paris“

Sichtbares Zeichen des Jubiläums war die Taufe eines ICE-Zuges auf den Namen „Paris“. Dazu rollte der Zug in Schrittgeschwindigkeit mit schrillem Mehrton-Signal in den Pariser Gare d'Est – eine der Besonderheiten, mit denen die deutschen Züge auszurüsten waren, damit sie in Frankreich fahren dürfen. Bei der Zugtaufe setzte der stellvertretende Bürgermeister von Paris Christophe Najdovski einen umweltpolitischen Akzent. Er betonte die Wichtigkeit des Pariser Klimaschutz-Abkommens und den Beitrag der Eisenbahnen zur Reduzierung der Luftverschmutzung.

 

Schneller am Ziel als mit dem Flieger

Mit der Inbetriebnahme des zweiten Bauabschnitts der französischen Schnellfahrstrecke LGV Est Européenne ist die Fahrzeit weiter gesunken. Stuttgart-Paris wird jetzt in 3:10 Stunden fünfmal täglich gefahren und Frankfurt-Paris in 3:40 Stunden sechsfach am Tag. Um die Attraktivität dieses Angebots zu unterstreichen, spricht Alleo von Verbindungen „von Innenstadt zu Innenstadt“. Rechnet man die Fahrzeit von der jeweiligen Innenstadt zum Flughafen und die Eincheck- und Kontrollzeit zu der Dauer eines Fluges, kommen Reisende mit diesen Zügen teilweise schneller ans Ziel als mit dem Flieger. Eingebunden sind Städte wie Karlsruhe, Saarbrücken und Straßburg. Seit 2012 wird zudem täglich die Strecke Frankfurt/Marseille über Lyon mit dem neuen TGV Euroduplex bedient. Die Spitzengeschwindigkeit beträgt 320 km/h.

 

Bis zum 10. Juni verkauft die Deutsche Bahn 10.000 Tickets für die Direktverbindung von Frankfurt nach Paris zum Sonderpreis von 29 Euro (gilt für Reisen bis Ende September).

 

Hermann Schmidtendorf, Fachjournalist, Berlin

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